Biogas als umweltfreundliche Energie
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In der Bevölkerung gibt es einige Vorbehalte gegenüber der energetischen Nutzung der Bioenergie. Auf den ersten Blick erscheinen die Argumente plausibel. Doch ein Blick „hinter die Kulissen“ zeigt schnell ein anderes Bild. Wir haben für Sie ein paar Daten und Fakten über den wichtigen Energieträger Biomasse zusammengestellt.
„Bioenergie macht das Brot teuer“
Nur ein Bruchteil der weltweit produzierten Agrargüter wird bisher als Bioenergie genutzt. Trotzdem sind die Weltpreise für Getreide wie zum Beispiel Weizen und Mais zwischenzeitlich in die Höhe geschnellt. Der Grund: Wegen extremer Dürren sind Ernten ausgefallen.
Die Lagerbestände der großen Agrarhändler sind gleichzeitig sehr niedrig. Außerdem wollen immer mehr Menschen, vor allem in den asiatischen Wachstumsregionen, mehr Fleisch- und Milchprodukte konsumieren. Das führt zu einem überproportional starken Verbrauch von Getreide und Ölsaaten als Futtermittel. Ergebnis: Die Preise steigen.
Weltweit lohnt es sich für Landwirte damit wieder, in den Anbau zu investieren und brachliegende Flächen zu bestellen. Da die Landwirte in den vergangenen Jahren oft nur sehr niedrige Erlöse für ihre Produkte erzielten, wurde in vielen Regionen der Erde die landwirtschaftliche Produktion aufgegeben und nicht ausreichend investiert.
Die Getreidepreise auf den Weltmärkten sollten allerdings nicht mit dem Brotpreis beim Bäcker nebenan verwechselt werden. Der Kostenanteil des Rohstoffs Getreide am Preis für das Endprodukt Brot ist sehr gering (3,6 Prozent). Das Getreide macht bei einem Brotpreis von zwei Euro weniger als zehn Cent aus. Wichtiger sind andere Kosten wie Löhne, Weiterverarbeitung und Steuern.
„Energiepflanzen nehmen der Landwirtschaft die Fläche weg“
Strom, Wärme oder Kraftstoffe können aus Energiepflanzen (z.B. Raps, Mais, Getreide), aus Holz sowie – in vergleichbarem Umfang – aus Reststoffen (z.B. Gülle und Biomüll) gewonnen werden. 2007 wuchsen in Deutschland auf zwei Millionen Hektar Energiepflanzen, das sind 12 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche.
Die Fläche könnte nach einer Studie des Bundesumweltministeriums bis 2030 auf 4,4 Millionen Hektar mehr als verdoppelt werden – ohne dabei die Versorgung mit Nahrungsmitteln in Frage zu stellen. Für deren Anbau werden in Zukunft nämlich weniger Flächen benötigt: Das liegt insbesondere am demographischen Wandel, sinkenden Exporte und steigenden Erträgen.
Die Ackerfläche kann natürlich nur einmal verplant werden – aber Biomasse steht auch in Form von Reststoffen aus der Futter- und Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung, z.B. Rübenblätter, Gülle, Mist und Nebenprodukte wie Kartoffelschalen. Landwirtschaft und Bioenergie müssen sich also keine Konkurrenz machen – sondern gehen längst Hand in Hand.
Addiert man zu den eigens angebauten Energiepflanzen die vielen verschiedenen Quellen von Reststoffen, so reicht dieses Potenzial, um bis 2050 Deutschland zu 25 Prozent mit Bioenergie zu versorgen.
Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien e.V. / Fachverband Biogas e.V.
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